Männliche Probleme
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Horst Willenberg
Essen und Bielefeld
* 1954
Künstlerisch tätig seit 1968
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Männer – ein männliches Problem

 Sprache ist ein Aspekt des Bewusstseins und umgekehrt. Sprache ist Tat und Taten sprechen für sich. Dies ist seit ein paar Jahrtausenden eine männlich besetzte Domäne, mittels Aggressionen und Dominanz, im Handeln wie im Sprechen.

Die Vermännlichung der Frauen fälschlicherweise als männlichen Gleichstellungsprozess zu verstehen resultiert aus dem Glauben vieler Männer, der Gleichstellungsprozess sei nur Aufgabe der Frauen. Doch Männer müssen ähnliche Hürden zu überwinden. Eine umfassende soziale Gleichberechtigung definiert den Weg kann nicht heißen:  Gleichstellung, ja bitte, aber unter Anpassung der Frauen an männliche Wertvorstellungen über Frauen. Womit Männer nur erreichen, mit möglichst wenig persönlichem Leidensdruck die männliche Gleichberechtigungsfrage zu umgehen und wir uns selbst betrügen und uneinsichtig verhalten, wenn wir Männlichkeit und Menschsein als Eins betrachten

Genauso falsch ist es, Frauenverhalten als Gegenpol betrachten, was denn wahre Männlichkeit sei. Oder wir definieren, wie eine Frau zum Menschen wird, und maßen uns dies an im Glauben: Mann definiert Mensch. Diese Haltung ist fatal. Wir entfernen uns von beiden Fragen: was ist ein Mann, was ist ein Mensch?

Indem wir so tuen als sei das Ziel der Gleichstellung erreicht oder gar überschritten, begeben wir uns auf einen Weg, den wir bereits seit Jahrtausenden kennen. Während mann bestimmt und durchsetzt, was Frau zu sein hat, wächst Mann in die Rolle, die sich für Mann ergibt - die Definitionsmacht auszuüben. Weshalb das Bild, das Männer weitestgehend von sich haben, ein Trugbild im Spiegel ist.

Wissen Männer es nicht, wollen sie es nicht wissen, oder wissen sie es nur zu gut? Ohne eine uneingeschränkte soziale und wirtschaftliche Gleichstellung von Männern und Frauen kann es nur Sieger und Unterlegene geben.

Es wäre ein gewaltiger Schritt, hörten Männer auf, zu definieren, wie Frauen zur Gleichberechtigung finden oder auch nicht.

  • Es wäre eine echte Revolution, wären Männer unabhängig davon, Mann als etwas anderes zu definieren, als das was Frau nicht sein soll.
  • Es wäre zu schön um wahr zu sein, würden Männer ihren Weg zur Gleichberechtigung darin erkennen, die Frage zu klären, was einen Mann von einem Menschen unterscheidet.
  • Das Patriachat als Entwürdigung der männlichen Persönlichkeit zu entdecken, wäre ein weiterer wesentlicher Schritt.
  • Die Einsicht, inwiefern eine männliche Weltwirtschaft jede weibliche Autonomie im Großen wie im Kleinen gefährdet, das wäre eine politische Handlung.

Kein Mensch kann ganz Mann oder Frau sein. Die eigene Freiheit ist unmittelbar mit der Freiheit der Anderen verknüpft.

 (Bielefeld, 1987-1995/​2013)